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Nicht Populismus ist das Mittel, sondern Empathie und Solidarität.

Nach mehr als einem Jahr der Pandemie sind viele Menschen verzweifelt und fühlen sich ungehört. Die vielen Sorgen und Nöte gehen uns nah. Und diese Zeit hat auch uns erschöpft und dünnhäutiger gemacht. Wir wissen: Viele Menschen sehnen sich danach, dass es einfach so ist wie vorher. Und sie haben das Recht, sich entsprechend zu äußern. Sie haben das Recht, politische Versammlungen anzumelden und dort ihren Unmut und ihre Forderungen kundzutun.

Bei aller notwendigen Kritik an der Corona-Politik darf jedoch nicht aus dem Blick geraten, dass es in erster Linie das Virus ist, das uns die Einschränkungen abverlangt. Eine Naturkatastrophe hat uns heimgesucht, und wir haben als ganze Gesellschaft, so scheint uns, keine Haltung entwickelt, diese geschlossen und solidarisch zu ertragen, zu bekämpfen und zu überwinden. Populismus und Radikalisierung helfen dabei nicht weiter. Sie verschlimmern die Situation. Rechtsradikalen Gruppen und Organisationen, denen es nicht um die Bekämpfung der Pandemie geht, sondern um die Destabilisierung unserer Gesellschaft, dürfen wir nicht auf den Leim gehen. Wir bitten Sie: Gehen Sie mit ihnen weder marschieren noch spazieren. Unterstützen Sie keine extremistischen und demokratie-feindlichen Parteien, Organisationen und Ziele durch Ihre Präsenz bei deren Versammlungen.

Wir sind überzeugt: Wir müssen evidenzbasiert, entschlossen und solidarisch vorgehen, um die Pandemie zu überwinden. Dazu hat die Politik ihren und wir unseren Teil zu leisten. Kaufen wir bei den Händlerinnen und Händlern vor Ort. Bestellen wir bei den Gastronomie-Betrieben unserer Stadt. Unterstützen wir Online-Konzerte lokaler Künstlerinnen und Künstler mit einer Spende. Halten wir die Hygiene-Regeln ein. Lassen wir uns testen und besuchen wir anschließend den einsamen älteren Herrn in der Nachbarschaft oder die Oma im Pflegeheim. Lassen wir uns impfen, sobald wir an der Reihe sind, damit die Rate der Ansteckung sinkt und das Gesundheitssystem entlastet wird. Trauern wir um die Verstorbenen und mit ihren Angehörigen. Stehen wir denen hilfreich zur Seite, die unter Langzeitfolgen der Infektion leiden. Nehmen wir uns Zeit für unsere Kinder. Es gibt so viel mehr, das wir für ein menschliches Miteinander tun können, als schweigend und mit der Faust in der Tasche zu spazieren. Öffnen wir stattdessen Hände und Herzen. Nicht Populismus ist das Mittel, die Pandemie zu besiegen und ihre Folgen zu mildern, sondern Empathie und Solidarität.

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