Es geht nur miteinander: Erklärung des Bündnisses Freiberg für alle zur gesellschaftlichen Lage in der Corona-Pandemie – Mai 2021
Seit mehr als einem Jahr befindet sich die Welt – unser Land – unsere Stadt – im Ausnahmezustand. Wir müssen mit einer Pandemie leben, die viele Opfer fordert: Menschen verlieren ihre Gesundheit oder gar ihr Leben, viele verlieren ihre wirtschaftliche Grundlage, Kinder und Jugendliche vermissen ihre Freundinnen und Freunde und leiden unter den Schulschließungen, wir alle müssen auf viele Freiheiten verzichten. Zwar sehen wir ein Licht am Ende des Tunnels, aber die Rückschläge mit immer aufs Neue steigenden Infektionszahlen und wiederholten Lockdowns haben uns müde und manche wütend gemacht. Das gesellschaftliche Miteinander droht langfristigen Schaden zu nehmen, die Spaltung wird immer größer. Wir verstehen alle, die verzweifelt und wütend sind: weil sie wegen der Einschränkungen wirtschaftlich in Not geraten sind, weil sie sich wegen der Kontaktbeschränkungen einsam fühlen, weil sie unter der Doppelbelastung von Arbeit und Kinderbetreuung/Homeschooling erdrückt werden, weil die Politik Fehler macht, weil die Lasten ungerecht verteilt sind...
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Das stellt alles Demokratieverständnis auf den Kopf!
Leserbrief von einem Freiberger in der Freien Presse: „Wo steht die Freiberger Rathausspitze?“ "Dem montäglichen Zug gegen die Coronapolitik hatten sich diese Woche 820 Teilnehmer angeschlossen. Geradezu schockierend war für mich die Teilnahme des Bürgermeisters für Stadtentwicklung und Bauwesen Holger Reuter an diesem „Spaziergang“. Jeder weiß, dass dieser eine nicht angemeldete, also illegale Demonstration ist, und sie verstößt durch die deutlich über 50 bzw. 200 liegende Teilnehmeranzahl (200 für ortsfeste Versammlungen/50 für Demonstrationszüge) gegen geltendes Recht, ganz zu schweigen von der Nichteinhaltung von festgeschriebenen Hygienebedingungen (Abstände/Maskenpflicht). Und an einer solchen Demonstration beteiligt sich Seite an Seite auch mit rechtsextrem eingestellten Zeitgenossen der zweite Mann im Rathaus Freiberg? In dieses Bild passt leider, dass der Oberbürgermeister von Freiberg, Sven Krüger, in der „Freien Presse“ vom 22. April den Polizeieinsatz bei der Demonstration vom 12. April kritisierte und die unangemeldeten Montagsspaziergänge offensichtlich als völlig normal betrachtet. Wenn jemand deeskalierend wirken soll, dann...
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Nicht Populismus ist das Mittel, sondern Empathie und Solidarität.
Nach mehr als einem Jahr der Pandemie sind viele Menschen verzweifelt und fühlen sich ungehört. Die vielen Sorgen und Nöte gehen uns nah. Und diese Zeit hat auch uns erschöpft und dünnhäutiger gemacht. Wir wissen: Viele Menschen sehnen sich danach, dass es einfach so ist wie vorher. Und sie haben das Recht, sich entsprechend zu äußern. Sie haben das Recht, politische Versammlungen anzumelden und dort ihren Unmut und ihre Forderungen kundzutun. Bei aller notwendigen Kritik an der Corona-Politik darf jedoch nicht aus dem Blick geraten, dass es in erster Linie das Virus ist, das uns die Einschränkungen abverlangt. Eine Naturkatastrophe hat uns heimgesucht, und wir haben als ganze Gesellschaft, so scheint uns, keine Haltung entwickelt, diese geschlossen und solidarisch zu ertragen, zu bekämpfen und zu überwinden. Populismus und Radikalisierung helfen dabei nicht weiter. Sie verschlimmern die Situation. Rechtsradikalen Gruppen und Organisationen, denen es nicht um die Bekämpfung der Pandemie geht,...
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